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Plötzliche Todesfälle von zumeist jungen Patienten ohne kardiale Erkrankungen
in der Vorgeschichte, die reguläre Dosen von TCA erhalten hatten, erregten als
Sudden Death Syndrom besondere Aufmerksamkeit (Riddle, 1993). Neben
direkten Wirkungen auf das Reizleitungssystem des Herzens werden auch
Angriffspunkte an den peripheren parasympathischen Fasern und auf das
zentrale autonome Nervensystem diskutiert.
Aufgrund der anticholinergen
Wirkung und damit verbundener Verminderung des Parasympathikotonus
weisen in der HRV-Analyse entsprechende Parameter Abweichungen auf,
welche durch die TCA bedingt sind. Teilweise sind erhebliche Veränderungen
der HRV beobachtet worden. Durchgängig wird eine Reduktion der HRV-
Indizes beschrieben, welche durch die anticholinerge Wirkung auf das zentrale
und periphere Nervensystem,
-insbesondere parasympathischer Fasern,
zurückgeführt werden kann (Low, 1992; Rechlin,1994;1995). Neben der von
Rechlin, Yerangi und Jakobsen belegten Abnahme der HRV (Rechlin, 1994;
Jakobsen, 1984; Yerangi, 1991) berichten einige Autoren außerdem über EKG-
Veränderungen bei der Therapie mit Wirkstoffen dieser Substanzklasse.
Wie bereits im Vorfeld ausgeführt, weisen verschiedene Antidepressiva ein
günstigeres
Nebenwirkungsprofil
auf,
diese
zeigen
nahezu
keine
anticholinergen Effekte. Zu nennen sind die atypischen Antidepressiva
Trazodon, Venlafaxin und Viloxazin sowie die selektiven Serotonin-
Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI). Die Behandlung mit SSRI st von der
therapeutischen Breite her sicherer in der Anwendung und Studien haben
ergeben, dass die Veränderungen der HRV unter Therapie verbessert werden
und teilweise die kardiale Funktion steigt (Gorman, 2000). Paroxetin und
Fluvoxamin gehören zu dieser Medikamentengruppe, für sie konnte keine
signifikante Beeinflussung der HRV gezeigt werden (Rechlin, 1994).
Neue
Antidepressiva wie SSRI haben im Vergleich zu Trizyklika zunehmend einen
hohen Stellenwert in der Therapie von schweren Depressionen und
Angststörungen. Geringgradige anticholinerge und kardiovaskuläre Neben-
wirkungen scheinen im Gegensatz zu denen der trizyklischen Antidepressiva
eher vorteilhaft. In den bisher vorliegenden Untersuchungen sind bei SSRIs
keine Veränderungen der HRV gemessen worden, wie sie bei der Applikation
von TCA aufgetreten sind, obwohl theoretisch eine Veränderung der HRV durch
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