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IV. Diskussion
Die Depression stellt einen signifikanten Risikofaktor für die Entwicklung des
plötzlichen Herztodes nach einem Herzinfarkt dar. Die Mortalitätsrate von
Infarkt-Patienten und die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität ist bei
Personen mit einer depressiven Störung deutlich erhöht (Gorman, 2000; Ahern,
1990; Frasure-Smith, 1993). Die ersten derartigen Beobachtungen gehen auf
Malzberg, 1937, zurück. Zwar muss beachtet werden, dass psychiatrisch
auffällige Patienten häufiger Brustschmerzen im Sinne einer Angina pectoris
angeben, dennoch konnten Barefoot und Schroll, 1996, bei einer Untersuchung
von 731 Personen zeigen, dass zwischen der Ausprägung einer Depression
und der Entwicklung eines kardiovaskulären Ereignisses ein Zusammenhang
besteht. Bemerkenswert ist, dass bei genannter Studie eine Beobachtungszeit
von 19,4 Jahren zugrunde liegt. Als eine der möglichen Ursachen ür eine
erhöhte kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität werden Verschiebungen und
Störungen der autonomen Regulationsprozesse, welche die Herzfrequenz und
den Rhythmus steuern, diskutiert. Der Zusammenhang von reduzierter HRV
und gesteigerter Letalität ach akutem Herzinfarkt wurde zuerst 1978 von
Wolf
beschrieben. 1987 erschien die erste groß angelegte Risikostudie von
Kleiger,
in der die Bedeutung reduzierter HRV als starker und unabhängiger Prädiktor
des Sterberisikos nach akutem Herzinfarkt präzisiert wurde (Kleiger, 1987).
Diese Ergebnisse veranlassten einige Arbeitsgruppen zu der Annahme, dass
die Depression ebenfalls mit einer reduzierten HRV einhergeht.
Messungen
der
autonomen
Funktionen
und
deren
Störungen
bei
psychiatrischen Erkrankungen sind
z
unehmend Gegenstand der Forschung.
Die Analyse der HRV während gut untersuchter kardiovaskulärer Funktionstests
kann den jeweiligen sympathischen und parasympathischen Einfluss
weitgehend getrennt quantifizieren, denn eine Auftrennung der HRV in
verschiedene sinusoidale Funktionen von unterschiedlicher Frequenz ist
möglich. Hierzu werden kardiovaskuläre Reflexe als Ausdruck zentraler
Regulationsmechanismen ausgelöst und bewertet. Indirekt kann durch die
Messung der Funktion des Zielorgans der autonome Einfluss erfasst werden.
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