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bipolarer Depression wurde der Effekt von Nefazodon und Paroxetin verglichen.
Auch hier unterscheiden sich die Ansprechraten nicht signifikant. Mit einer
mittleren Tagesdosis von 400-475 mg zeigte sich nach acht Wochen bei 58%
unter Nefazodon und bei 60% unter Paroxetin ein therapeutischer Erfolg
(Baldwin, 1996). Somit bewirken Nefazodon und SSRIs eine vergleichbare,
globale Besserung der depressiven Symptomatik (Zorn, 1997). Mehrere
Vergleichsstudien mit Trizyklika konnten für Nefazodon einen ähnlichen
therapeutischen Effekt nachweisen. In einer Langzeitvergleichsstudie mit 276
Patienten, denen nach Abklingen eines depressiven Schubs entweder Nefa-
zodon, Imipramin oder Plazebo verabreicht wurde, zeigte sich eine deutliche
Reduktion der Rückfallquote. Unter Placebo lag diese nach einem Jahr bei
33%, in beiden Verum-Gruppen hingegen bei 11%. Hierbei zeigten sich nach
dem Absetzen von Nefazodon keinerlei Entzugssymptome (Anton, 1991).
Im Vergleich zu bekannten Antidepressiva handelt es sich bei dem Wirkstoff um
eine insgesamt gut verträgliche und nebenwirkungsarme Substanz. Bei einem
Vergleich des Wirkungs-Nebenwirkungs-Profils der verschiedenen Anti-
depressiva fallen bei Nefazodon vier relevante Besonderheiten auf:
1. der rasche und gute anxiolytische Effekt,
2. die schlafregulierende Wirkung,
3. die fehlende Beeinträchtigung der sexuellen Funktion,
4. die insgesamt gute Verträglichkeit.
Am häufigsten werden Sedierung, Mundtrockenheit, Übelkeit, Obstipation,
Asthenie, Schwindelgefühl und Benommenheit als unerwünschte Wirkungen
von Nefazodon angegeben. Erhebung, inwieweit diese Effekte klinische
Relevanz haben, stuften die befragten Patienten als mild bzw. erträglich ein.
Ferner wird eine Toleranzentwicklung hinsichtlich dieser Effekte beschrieben
und die Nebenwirkungen werden im Behandlungsverlauf als sich ab-
schwächend empfunden. Diese insgesamt gute Verträglichkeit erklärt, warum,
verglichen mit anderen Wirkstoffen, weniger Therapieabbrecher zu verzeichnen
sind und warum die Einnahme regelmäßiger erfolgt. Nach einer Metaanalyse
verschiedener Studien wurde der Anteil der Therapieunterbrechungen bedingt
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